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Die Cloud – Von bunt bis grau.

Cloud Services - DenkanstößeEs gibt nicht einfach „DIE CLOUD“.

Man begegnet der Cloud in den verschiedensten Formen. Genau wie im richtigen Leben. Es gibt kleine und feine Schleierwolken, schöne Schäfchenwolken und natürlich auch bis an die Oberkante aufgeladene Gewitterwolken.

Überall liest man Schlagworte wie toll Cloud-Lösungen doch sind und welche Kosten man damit sparen kann. Leider ist das gesamte Thema sehr extrem besetzt. Auf der einen Seite die Befürworter (in der Regel die Verkäufer)  und auf der anderen Seite Menschen, die das alles rundweg ablehnen. Wer hat nun recht?

Steigen wir doch einmal ins Thema ein. Denn ohne Basiswissen macht die Diskussion um Vor- und Nachteile keinen Sinn.


Was steckt nun eigentlich hinter dem Begriff Cloud?

Direkt zu Anfang: DIE Cloud gibt es nicht. Eigentlich war der Begriff Cloud unter Netzwerktechnikern schon in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Sinnbild von allen Dingen und Diensten, die man nicht lokal verfügbar hatte. Die Cloud stand eigentlich immer bei Netzwerkskizzen in der Mitte und war ein Symbol für das Internet und die darin verfügbaren Verbindungen und Daten.

Dieses Bild der Cloud wurde dann von Marketingstrategen entdeckt und als Schlagwort nach vorne getrieben.

Der Begriff Cloud ist wie auch das Symbol damals nur eine grobe Skizze dessen, was sich dahinter verbirgt.

Am verbreitetesten als Erklärung ist in den Köpfen der meisten Anwender eigentlich nur irgendwo verfügbarer Speicherplatz. Das ist auch gar nicht so falsch. Die Cloud war anfangs wirklich nur ein vom lokalen Netz unabhängiger Speicherort. Im Grunde so etwas wie ein großer Datenspeicher irgendwo in einem Rechenzentrum.

Mit dem Aufkommen von Virtualisierungslösungen begann eine gravierende Änderung. Die Frage war: Warum denn nur den Speicherplatz da draußen nutzen?

Könnte man als Firma nicht ganze Serverfarmen in einem externen Rechenzentrum aufbauen, auf die dann mehrere Filialen zugreifen können? Hauptgrund war sehr oft die Entlastung des  Internetzugangs in der Zentrale und die bessere Verfügbarkeit der Dienste.

Ein weiterer Nebenaspekt: aufgrund der Entwicklung bei den Energiekosten sahen viele Unternehmen hier Einsparpotential, da weniger Strombedarf für neue Server und deren Kühlung zu erwarten stand.

Der nächste Schritt war dann auch logisch. Warum nicht auch ganze Anwendungen nach draußen verlagern?

Die Kernfrage dabei: Muss man selbst alle Anwendungsprogramme auf lokalen Rechnern halten? Kann man die Anwendungen nicht einfach in Java schreiben und dann im Browser oder einen eigenen Laufzeitumgebung starten? Das spart doch auch am Arbeitsplatz. Und auch der Server muss nicht bei wachsender Benutzerzahl aufgerüstet zu werden. Die Cloud setzt ja auf virtuellen Maschinen auf. Ob diese dann aus lediglich vier Prozessoren oder auf einem Dutzend bestehen, wird völlig unerheblich.

Applikationen werden seitdem es Mehrkernprozessoren gibt immer flexibler was den Ressourcenverbrauch angeht. Programme arbeiten nicht mehr wie zu Anbeginn der IT linear. Mittlerweile werden Anwendungen objektorientiert und multithreadingfähig aufgebaut, was es ermöglicht, Prozesse parallel abzuarbeiten. Bei komplexen Berechnungen kann so die Rechengeschwindigkeit deutlich erhöht werden.

Genau hier liegt der große Vorteil von Cloud-Lösungen. Sie machen Rechenleistung skalierbar.

Man kauft immer die Rechenleistung ein, die man braucht. Also in außergewöhnlichen Zeiten in denen man mehr Personal beschäftigt, wird einfach mehr Kapazität zugekauft. In ruhigen Zeiten kann man die Services einfach wieder herunterfahren. Ideal bei saisonal bedingten Unterschieden.

Und der Aspekt Ausfallsicherheit?

Das Thema greife ich im nächsten Beitrag auf. Denn hier gibt es einige Dinge zu beachten.

 

Also: Stay Tuned!