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Pinterest und das Urheberrecht

UrheberrechtSchneller Klick und große Wirkung.

Vom Bild zur Abmahnung in nur einem Schritt.

Ich fand die Diskussion unter einem Artikel in „Der Westen“ sehr schön. Sie zeigt, wie wenig man sich mit der eigentlichen Funktion eines sozialen Medium wie Pinterest befasst.
Betrachten wir das Problem einmal, es steckt in dieser Zeile des Quellcodes:

<link rel=“image_src“ href=“http://media-cdn.pinterest.com/upload/213850682275792220_fMppbjWI_c.jpg“/>

Der Zeile kann man entnehmen, dass das fragliche Bild in einem Ordner „upload“ unter einem langen Namen, der wahrscheinlich auch die User-ID enhält, als jpg-Datei zur Verfügung gestellt wird.

Dieses Bild aus meiner Website habe ich mit einem einzigen Klick über eine Upload-URL von Pinterest dort hoch geladen. Und zwar direkt von meiner Startseite.

Damit ist dieser Sachverhalt eigentlich völlig klar. Das ist der nach deutschem Recht zu wertende Urheberrechtsverstoß. Ich entnehme nämlich urheberrechtlich geschütztes Material und lade es für andere zur Ansicht hoch.

Wie sieht das nun mit Bildern aus, die ich direkt selbst bei Pinterest einstelle? Auch hier die entsprechende Zeile:

<link rel=“image_src“ href=“http://media-cdn.pinterest.com/upload/213850682275808127_HOGnXI3Z_c.jpg“/>

Also auch ein direkter Upload auf die Server von Pinterest. Nur diesmal direkt von meiner Festplatte.

Wie ist zu werten, wenn ich schon in Pinterest vorhandene Bilder per „Repin“-Funktion weiter verbreite?

Das weitere „Repin“ innerhalb Pinterest ist ja im Grunde nur noch das Weiterverbreiten des Links. Aber auch hier gilt es auf zu passen, denn im Grunde müsste ich vor dem Benutzen der Funktion recherchieren, ob der der vorhergehende Nutzer dazu das Recht hatte. Ein sehr mühseliges Unterfangen.

Einzig sinnvolles Fazit: Finger weg von Pinterest.

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Path – Sozialer Pfad ins Aus?

Path und der Weg ins Aus?Es war erst nur eine kleine Schlagzeile:

„Path uploads your entire iPhone address book to its servers“.

 

Sollte sagen: die iPhone-App von Path sendet das gesamte Adressbuch an den Server.

Daraufhin wurde es relativ laut im digitalen Blätterwald.

Und zwar ziemlich schnell und sehr laut. So laut, dass sogar der CEO von Path sich zu Wort meldete:

„Arun, thanks for pointing this out. We actually think this is an important conversation and take this very seriously. We upload the address book to our servers in order to help the user find and connect to their friends and family on Path quickly and effeciently as well as to notify them when friends and family join Path. Nothing more.

We believe that this type of friend finding & matching is important to the industry and that it is important that users clearly understand it, so we proactively rolled out an opt-in for this on our Android client a few weeks ago and are rolling out the opt-in for this in 2.0.6 of our iOS Client, pending App Store approval.

Dave Morin

Co-Founder and CEO of Path“

Der erste Absatz ist relativ aufschlussreich. Man greift also die Daten ab, um eine Verbindung zu anderen Usern zu finden. „Nothing more“.

Aha. Dafür braucht man die Daten im Klartext? Die sichere Lösung wäre, mit anonymen Prüfsummen zu arbeiten, anhand derer genau das auch zu realisieren wäre.

Also doch etwas „more“? Natürlich. Denn nur die Klardaten sind für Path brauchbar, denn sie stellen im Werbemarkt einen eigentlichen Mehrwert dar. Zusammen mit geobasierten Standortdaten lassen sich wunderbar Vorschläge für andere generieren. Für die Industrie ist genau das wichtig. Und das kauft sie. „Nothing else“.

Und es kommt noch deutlicher: Nur für die Industrie gibt es das soziale Netzwerk. Das steht ja im zweiten Absatz: „this type of friend finding & matching is important to the industry“. Eindeutiger kann man sich die Maske nicht von Gesicht reißen.

Als dann ein paar Journalisten und Blogger in der Breite des Netzes nachfragten, kam noch etwas erstaunliches heraus. Eigentlich ist nur per Zufall aufgefallen, was andere App-Entwickler auch einfach machen:

Erst wird dem User eine ellenlange Nutzungsbedingung präsentiert, die niemand mehr lesen will und schon gar nicht versteht. Alles wird schön positiv umschrieben, man will ja nichts Böses. Und dann wird schamlos abgegriffen. Nichts sagen, einfach mal machen.Von wegen „Opt-In“. „Opt-Out“ gibt es nur bei intensivem Einfordern, ansonsten gilt offenbar mehr „All-In“.

Genauso wie bei Pinterest, einem anderen „sozialen“ Netzwerk. Hier wird der von User eingestellte „Content“ mit Markierungen versehen, um dann bei Online-Einkäufen des nächsten Betrachters eine Provision des Verkäufers zu ergattern. Früher nannte man das „Mit fremden Federn schmücken“. Der Nutzer sorgt für den Inhalt, das Netzwerk sahnt ab.

Irgendwie seltsame Geschäftsmodelle. Nicht selbst etwas produktiv erwirtschaften, sondern Andere ausnutzen. Ziemlich unsozial, diese Art der sozialen Medien.