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Bring Your Own Device

byod - bring your own deviceNutzerverhalten ändert sich. Das ist normal wenn sich Möglichkeiten ändern. Das ist allerdings auch ein Risiko wenn Unternehmen sich darauf nicht vorbereiten.

Bring your Device (BYOD) wird heiß diskutiert und oft eher nur als Risiko gesehen. Es bringt aber auch klare Vorteile.

 

Warum also eigentlich nicht?

 

Immer mehr Nutzer haben Smartphones oder private Laptops, die momentan als Risiko für Unternehmensnetzwerke gesehen werden.

Natürlich geht von diesen Geräten ein bestimmtes Risiko aus. Aber sie bringen ganz sicher auch einen Nutzen. Der Versuch einer sachlichen Näherung.

Menschen sind vernetzt. Mit Menschen aus dem beruflichen Umfeld. Oder mit Menschen, die gemeinsame Interessen haben. Wie viele Maschinenbauer sind z.B. begeisterte Schrauber oder RC-Modellbauer und sind gewohnt in dem Bereich zu improvisieren und nach Lösungen zu suchen? Wie viele Elektrotechniker basteln privat an Mikrocontrollersteuerungen für die Hausautomation?

Warum nicht auch als Unternehmen von dieser Tatsache profitieren? Das ist doch auch gar nicht so ungewöhnlich in der analogen Welt. Man hört von Freunden und Bekannten von Seminaren oder Fortbildungen, erhält interessante Denkanstöße. Alles Gelernte wird auch im Beruf indirekt genutzt.

Und heute passiert diese Vernetzung eben über Smartphones, Tablets und soziale Medien.

Die Vernetzung ist schneller, breiter und oft auch inhaltlich tiefer als früher. Wir leben in einer Informationsgesellschaft.

Und Informationen laufen ganz oft auf diesen privaten Geräten zusammen. In einer der persönlichen Arbeitsweise des Mitarbeiters entsprechenden Form. Auf einem Betriebssystem, das der Anwender mag. Mit dem er sich auskennt und souverän umgeht.

Warum muss ein Mitarbeiter im Betrieb auf seine aus dem privaten Umfeld gewohnten Arbeitsumgebung verzichten? Nur weil es die interne Unternehmensrichtlinie vorsieht?

Nehmen wir den Arbeitsplatzrechner doch einmal unter dem Gesichtspunkt Mitarbeitermotivation unter die Lupe. Mit dem „Nebenaspekt“ Sicherheit.

Von IT-Verantwortliche hört man oft das Killerargument: „Das können wir nicht unterstützen.

Mag sein. Aber muss man das? Kann der User das oft nicht sogar besser selbst? Warum nicht ein wenig mehr dem Anwender vertrauen und Verantwortung an den User weitergeben? Man erhält im Gegenzug einen dem Equipment positiv gegenüberstehenden Mitarbeiter. Der sich mit Sicherheit um „sein Eigentum“ besser kümmert als wenn er das Gerät einfach in der IT pflegen lassen muss.

Auch das ist ein Argument: Der Mitarbeiter sorgt mit Sicherheit für besseren Datenschutz, wenn auch die eigenen Daten betroffen sind, wenn ein Virus zuschlägt.

Oder ein anderer Ansatz: Alarmketten in der IT. Welcher IT-Mitarbeiter kriegt wirklich immer alle aktuellen Sicherheitswarnungen mit? Hand auf’s Herz…. Mir geht durchaus auch mal was durch. Und dann bin ich dankbar für Informationen über Facebook, Twitter oder RSS-Streams.

Warum also nicht über den Twitter-Account eines Mitarbeiters von aktuell genutzten Sicherheitslücken erfahren? Ich fand sowohl die Warnung über offene WLAN-Router der Telekom, als auch die Warnung vor einer als Telekom-Rechnung getarnten PDF-Datei absolut hilfreich und wusste ganz sicher sehr früh davon. Und konnte das weitergeben.

Man kann als IT-Verantwortlich also durchaus auch von dieser Vernetzung profitieren!

Lieber vor einer pdf-Datei mit Schadcode warnen, als hinterher im ganzen Unternehmen einen Virenscan mit Beseitigung fahren zu müssen. Also kann man „Bring your own device“ auch für proaktives Handeln nutzen.

Was her muss, sind Regeln und Richtlinien, wie mit den Devices umzugehen ist.

Das fängt im Bereich Infrastruktur damit an, dass Port-Security als Thema aktiv angegangen wird. Jeder Mitarbeiter darf nur wirklich sein freigegebenes Gerät ins Netzwerk einbringen. Clientzertifikate, 802.1x als Thema. Aufklären, warum das so sein muss.

Oder für mobile Devices wie Smartphones einen eigenen WLAN-Bereich aufziehen? Der Mitarbeiter ist froh, wenn seine Datentarife nicht über die Drosselungsgrenze gehen.

Solange die Arbeit nicht darunter leidet, ist eigentlich kein Argument zu sehen was dagegen spricht. Im Gegenteil. Im Alltag gibt es immer wieder Lücken, wo einfach nichts zu tun ist. Warum also nicht dem Mitarbeiter zugestehen, dass er stattdessen seinen Twitter-Stream liest? In Zeiten wo viel Arbeit anfällt, hat man als Unternehmer dafür einen hoch motivierten, sich im Unternehmen wohlfühlenden Mitarbeiter.

Das nutzt der Unternehmenskultur ganz sicher.

Nachdenken lohnt sich also.